Siegfried gehört zu den Marken, die den deutschen Gin-Boom der 2010er nicht nur mitgemacht, sondern mitgeprägt haben. 2014 in Bonn von Gerald Koenen und Raphael Vollmar gegründet, kam der Rheinland Dry Gin 2015 auf den Markt, gebrannt vom erfahrenen Eifel-Brennmeister Peter-Josef Schütz. Das namensgebende Motiv stammt aus der Nibelungensage, die im Rheinland verortet ist, und liefert zugleich das Alleinstellungsmerkmal im Glas: Die Lindenblüte als Charakter-Botanical setzt eine florale Note, die den Gin von der wacholderdominierten Konkurrenz abhebt. Ergänzt wird sie unter anderem durch Wacholder, Zitruszesten, Lavendel und Thymian.
Bemerkenswert an Siegfried ist, wie früh die Marke über das Kernprodukt hinausdachte. Mit „Wonderleaf“ besetzte man eine alkoholfreie Alternative, lange bevor der No-/Low-Alcohol-Trend Mainstream wurde. Zusammen mit einem konsequent gestalteten Markenauftritt hat das die Marke breiter aufgestellt als viele Wettbewerber, die nur eine Flasche zu verkaufen hatten.
Die Etablierung lässt sich an einem handfesten Signal ablesen: Seit 2024 ist Siegfried laut Handelsregister-Umfeld im Bordservice der Deutschen Bahn gelistet, mit Reichweite in Hunderte Zuggastronomien. Das ist für eine Craft-Marke ein Distributionscoup und markiert den Übergang vom Szeneprodukt zur überregional präsenten Marke. Belege für Insolvenz oder Verkauf gibt es nicht; das Unternehmen ist mit aktuellem Jahresabschluss aktiv.
Redaktioneller Hinweis: Award-Jahre stammen aus einem Fachmedium und wurden nicht gegen Award-Primärquellen abgeglichen; im Text daher nicht einzeln als Fakt gesetzt.